München, den 23.04.2006
Grüß Gott!
Liebe Freunde im Sodalenring!
Mit nicht ganz reinem Gewissen mache ich mich endlich daran den lange schuldigen Brief und Dank zu schreiben! Ja, ich bin nicht unschuldig an dieser Verzögerung, denn schon vor gut zwei Wochen habe ich erfahren, daß die reiche Spende von Euro 1.000,00 für die Projekte in Kenia und PNG (Papua-Neuguinea) auf meinen Namen in St. Augustin überwiesen wurde. Der Erhalt wurde bereits am 18. Januar dieses Jahres vermerkt. Leider ist es auch bei uns nicht anders als in anderen Betrieben – was Verwaltung angeht gilt auch bei uns diese Bezeichnung – , es wird überall gespart, vor allem am Personal. So werde ich auch nicht mehr direkt von St. Augustin verständigt, sondern nur unser Ökonom. Da dies eine auf beschränkte Zeit angestellt Person ist, kann es sein, dass ich auch erst "bei Gelegenheit" verständigt werde. Schließlich erfuhr ich dann, dass ich Euro 1.000,00 bekommen hätte. Auf meine Frage, von wem die Spende komme, konnte mir keine Auskunft gegeben werden. Nach einer Rückfrage wurde mir dann auch eine Mitteilung gesandt, die Eure Adresse enthielt. Das war am Anfang dieses Monats! Ich möchte ein recht herzliches "Vergelt’s Gott" sagen für diese große Hilfe, die nun auch in Kürze nach Kenia weitergeleitet wird! Es ist auch für mich schwer es den Empfängern klar zu machen, daß ins unserer schnellebigen Zeit es noch so langsam gehen kann. Es sollten ja die Spenden im Februar am Ziel sein. Das ist nämlich die Zeit des Schulbeginns in diesen Ländern. In irgendeiner Form ist die Betreuung von Kindern und Jugendlichen an dieses System gebunden. Aber man ist auch jetzt noch herzlich froh mit der verspäteten Ankunft. Die Berichte werden dann auch wieder rechtzeitig bei mir eintreffen, damit ich diese an die edlen Spender weiterleiten kann. Ich hoffe, dass alle in der Gemeinschaft zufrieden in die Zukunft schauen können. Es soll ja die Osterfreude mit ihrer Frische noch jede/n erfüllen. Da heute der Oktavtag dieses großen Festes der Christenheit is, möchte ich Euch allen die Freude und den Frieden des auferstandenen Herrn wünschen und herzlich grüßen, Euer Br. Lothar Götz Steyler Missionare St. Pius-Kolleg Dauthendeystr. 25 81377 München
Pater Franz Fürnrohr schrieb uns Ende 2001 den folgenden Brief aus dem kongolesischen Urwald:
Bulukutu (Kongo), 18.12.2001
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Missionsfreunde! Lange ließ ich nichts mehr von mir hören. Doch jeden Montag betet meine Pfarrei für ihre Wohltäter, für die Lebenden und Verstorbenen. Wie man mir immer wieder sagt: Fafa, wir leben nur von dir! Und das können wir auch von Ihnen sagen, uns geht es den Umständen entsprechend gut dank Ihrer Hilfe und Ihrem Gebet. Ein herzliches Vergelt’s Gott. Der Krieg scheint zu Ende zu sein und die Bevölkerung bekommt die Gelegenheit sich durch den wiedereinsetzenden Schiffsverkehr mit den notwendigsten Dingen wie Seife und Salz zu versorgen. Voraussetzung ist allerdings das Vorhandensein von Geld oder von landwirtschaftlichen Produkten. Bargeld ist rar, da es immer wieder Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung von Staatsbeamten, Lehrern und Krankenpflegern gibt. Ein größeres Problem sind die Soldaten, vor denen die Dorfbevölkerung in den Wald flieht. Die Situation schien sich durch den Abzug der Soldaten am 09.07. zu bessern, jedoch kamen sechs Tage später andere Soldaten ins Dorf. Deren Benehmen ist jedoch bis jetzt besser. Trotz allem haben wir das Feiern nicht vergessen oder verlernt. Am 20.05, weihte unser Bischof zwei Seminaristen zu Diakonen und am 03.06- feierten wir das 25jährige Bestehen unserer Pfarrei. Erschütternd war ein Ereignis am 12.07. Eine Gruppe von 40 Leuten nagelten die Türen der Kathedrale und der Residenz vom Bischof zu und Schmähschriften gegen diesen und seine Stellvertreter „zierten" die Mauern. Sie wollen die Rückkehr des Bischofs verhindern und Einsicht haben über das Finanzgebaren der Diözese. Große Unzufriedenheit herrscht auch in den Kreisen der Pastoralassistenten und einiger schwarzer Priester. Vermutlich wegen schlechter Bezahlung. Initiator des Protestes ist der Präsident der Kath. Laienbewegung. Die Bevölkerung baute einige Hütten für die Soldaten, damit stehen abgesehen von einem Haus nun wieder alle Gebäude der Pfarrei zur Verfügung. Für uns haben die Reparaturarbeiten begonnen. Die Gebäude der Schulen sind von Gestrüpp und mannshohem Gras umgeben. Das Schulgebäude des Lysees (hohe Mädchenschule) ist teilweise eingestürzt. Das Material zur Errichtung eines Neubaus wurde während der Rebellion 1997 gestohlen. Die jährliche Missionsspende der Pfarrei Kaltenbrunn ermöglichte den Ankauf von Werkzeug für die in diesem Jahr eröffnete Schreinerschule in Elongo. Junge Leute sollen ihr hier erlerntes Handwerk später in ihren Dörfern ausüben. In Elongo wird auch zur Zeit die Wohnung des Pfarrers vergrößert um Übernachtungsgelegenheiten zu schaffen. Ebenfalls in Elongo legt eine Gruppe junger Leute Felder und Gärten an. Mit dem Erlös wollen sie auch kranken, armen und alten Menschen helfen. Ein großes Problem ist die Betreuung und Versorgung der Kranken. Die sechs Krankenstationen der Pfarrei wurden von der Nationalarmee und den Ruandesen geplündert. Krankenstationen ohne Möbel und mit schmutzigen Wänden! Medikamente konnte ich öfters einkaufen dank der großzügigen Hilfe der Rex-Roth-Stiftung. Zwei bis drei Sendungen zu je 7000.-DM sind jährlich für die Versorgung und Betreuung der Kranken notwendig. Die Kirche mit Ihrer Organisation ist der einzige Platz, wo die Kranken Hilfe finden können. Dasselbe gilt für den Transport landwirtschaftlicher Produkte. Ohne unsere Hilfe würden diese Produkte verlaufen. Vielen Leuten können wir helfen der Wiener Barmherzigen Schwestern dank. Seit Jahrzehnten bekommen wir von ihnen eine Hilfssendung. Ein herzliches Vergelt’s Gott. Zurückblickend über all das Geschaffene während meines über vierzigjährigen Aufenthalts im kongolesischen Urwald wundere ich mich, wie ich das alles schaffen konnte. Wahrlich, Gott hat mir sichtlich geholfen und mir Menschen gegeben mit der Bereitschaft mir in meiner Arbeit für die Armen zu helfen. Dafür danke ich Gott jeden Tag, und Ihnen sage ich ein herzliches Vergelt’s Gott für Ihr Gebet und Ihre jahrelange Unterstützung. Gott wird es zu belohnen wissen. Allen wünsche ich Gottes Segen, und auf Grund unserer Isolierung und einer nicht funktionierenden Post möchte ich Ihnen jetzt schon Gottes Segen und Freude zu den alljährlichen Festen des Kirchenjahres wünschen. In Dankbarkeit grüßt Pater Fürnrohr
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