Preisschafkopf 1999

Mut’ge Männer, tapfre Maiden, spielten um des Spaßes Willen,
Und der eine oder andre auch um seinen Durst zu stillen.
Angetreten um zu siegen und den Hattrick klar zu machen,
Kam der Andi, um zu spielen, doch verging ihm bald das Lachen.
Zerplatzter Traum, beklagt vom Andi, bat es Femi doch geschafft,
Doch der Letzte bekam diesmal leider keine Flasche Saft.
Auch der Felix, Chef der Jungen, wollte großer Sieger wer’n,
Doch die Karten waren Scheiße, ach, Herr Gott, es ist zum blährn.
Großverdiener Josef Grasser tönte groß und hoch und weit,
Doch beim Spielen ging’s daneben, so ein Pech, des tut uns leid.
"Ich spiel auf d’Rode", schreit da Jonny, oh mein Gott, so geht das nicht,
Und des bereits im achten Spiel, Leit I glaub, der is scho dicht.
Und der Mario wollte diesmal an die obren Plätze ran,
Gut für ihn, dass aus der Tabell’n niemals jemand absteig’n kann.
Großer Feldherr und Stratege Christoph plante schon voraus,
Doch die zweiten 30 Spiele waren dann für ihn ein Graus.
27 Kartenspieler spielten ,,Grün und Eichel sticht",
Faul war nur der Heindl Werner: ,,Solos, nein die spiel ich nicht".
Siller Andi, neu im Rennen, griff sogleich mal richtig an,
Seine Räder im Gehirn griffen perfekt Zahn in Zahn.
"Christ"-lich leben wird bei uns hier ganz und gar perfektioniert,
Deshalb ist für diese Sippe auf dem Treppchen reserviert.
Doch der Sieger, der Karl Josef, hat sich leise angeschlichen,
Und den Titel sich geholt, mit viel Glück und fetten Stichen.

Das vorliegende Gedicht muß wohl keiner großen Interpretation unterzogen werden, denn in seinem Kern spiegelt es den Verlauf des 13. Preisschafkopfs seit Einführung der ,,Ewigen Liste" wieder. Mit Spannung wurde das Spiel von Andreas Grasser verfolgt, der die einmalige Chance hatte den Titel zum drittenmal in Folge zu gewinnen und damit wohl ewig in die MC-Preisschafkopf-Analen einzugehen. Er begann auch schwungvoll und beendete die erste Runde mit 56 Punkten. Allgemeines Entsetzen machte sich breit: Sollte es ihm wirklich wieder gelingen die gesamte Konkurrenz hinter sich zu lassen? Ich selbst, mit dem Kameltreiber Haas, Mario ,,dem Schussel" Lorenz und Johannes "kann mir mal einer schnell noch mal die Regeln erklären" Bauer an einen Tisch gefesselt, konnte nicht eingreifen um ein Desaster verhindern. (Übrigens Jonny: Fünftes Schafkopfgebot: Du sollst nicht auf die Herz-Sau spielen!) Glücklicherweise eilten mir die zahlreichen MC-ler zur Hilfe: besonders Martin Reindl (59), General (58), und die beiden Newcomer Bettina Bauer (53) und Andreas Siller (52). Die Führung übernahm allerdings ausgerechnet ein Sodale, Josef Karl spielte sich mit 68 Punkten an die Spitze und spuckte Andi damit in die Suppe. Auch der zweite Teil der Grasserfraktion, Josef, spielte zu diesem Zeitpunkt mit 55 Punkten noch vorne mit. In der Pause kam es dann zu einer Premiere, das erste Schafkopf-Doppel war entstanden. Da Michael Herrmann zu Halbzeit uns leider verlassen musste, sprang Michael Keltsch in die Presche um denn siebten Tisch komplett zu machen. Gerüchten zu Folge soll es bereits nächstes Jahr eine Kategorie für ,,Gemischte Doppel" geben. Neues Spiel, neues Glück, und das galt besonders für mich. Der Gedanke Audi schon wieder als Sieger in meinem Artikel loben zu müssen trieb meine spielerische Kreativität auf die Spitze und die Punkte flogen mir nur so zu: 71 Punkte in der zweiten Runde mussten einfach reichen, um die absolute Langeweile im Titelkampf, wie sie bereits in der Fußball Bundesliga Gang und Gäbe ist, nicht aufkommen zu lassen. Doch Andis Kartenglück hatte sich gewendet und so spielte er eine für seine Verhältnisse eher durchschnittliche Runde (41). Auch die in der ersten Runde so starken MC-ler, dachten wohl, die Solos spielten sich von alleine und so fielen sie in der zweiten Hälfte stark ab: Martin Reindl 38, General 25, Bettina Bauer 22. Lediglich Andreas Siller spielte mit 47 Punkten erneut gut mit und landete schließlich mit 99 Punkten auf dem vierten Platz. Fast spannender als der Kampf um die Top-Plätze war der Kampf um den Trostpreis. Der zur Halbzeit mit nur 22 Punkten auf dem letzten Platz liegende Heindl Werner versuchte mit einer hartnäckigen ,,Ich spiele einfach keine Solos"- Taktik sich den Trostpreis zu sichern. Ein ,,Schneider-Durch" gewonnener Solo in der 52. Runde machte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. Einen schweren Angriff startet auch Sebastian Plödt, der mit nur 17 Punkten eine zweite Runde hinlegte, die dem legendären 36-Punkte-Ergebnis von Jörg Heining zur Ehre gereicht hätte. Schließlich aber setzte sich die langjährige Kellererfahrung von Femi durch und so sicherte er sich nach Jahren der Enthaltsamkeit endlich wieder den Platz, für den man ja als Allererster einen Preis bekommt. Das personlichkeitsgespaltene Team Michael Herrmann/Keltsch kam immerhin mit 71 Punkten auf Rang 21. In der Tradition des ,,Gurky of the year" ging dieser Titel diesmal an Michaela Gleißner, die mit 56 Punkten den 27. Platz erreichte, womit diese Ehre wieder in die Familie des einstigen "Schöpfers" Andreas Gleißner zurückkehrt. Den Rekord in gespielten Solos schaffte diesmal Neueinsteiger Markus Pschierer der mit 18 (!) gespielten Solos (10 gewonnen) den 12. Platz erreichte. Erfreuliches gibt es von der weiblichen Vertretung zu berichten: Nicole Rittner erreichte mit 88 Punkten einen hervorragenden 9. Platz und ließ damit sogar Josef hinter sich, der die zweite Runde mit bescheidenen 31 Punkten abschließen mußte (Tja, Solos spielen ist nicht alles, gewinnen muß man sie schon (16/7/9). Auch die 1000er Grenze in der "Ewigen Tabelle" blieb ihm diesmal noch verwehrt. Der große Guru des Schafkopf Andreas Grasser mußte, wie schon erwähnt, seine Titelambitionen begraben und landete auf dem für normale Menschen hervorragenden, für ihn allerdings unbedeutenden 5. Platz (97), punktgleich mit Martin Reindl, der 7. wurde. Platz 2 und 3 teilten sich diesmal ,,meine Wenigkeit" (114) und Flo(h) (100) untereinander auf, was wohl keine Diskussionen aufkommen läßt wer die ,,Familienwertung" gewonnen hat (gell, Andi und Josef). Den 1. Platz aber ließ sich Josef Karl nicht mehr nehmen und gewann, wenn auch knapp, mit 115 Punkten das Turnier.

Kleine Statistik:

Erstmals seit langem waren wieder 7 Tische besetzt. Es traten 14 MC4er gegen 14 Sodalen an. Unglaublich, aber wahr, es wurden 3 (!) Solo-tout gespielt und gewonnen (von Josef Karl, General und Michael Haas). In 420 Spielen wurden 238 Solos gespielt, das sind fast 57%. Peter Woppmann erzielte mit 95 Punkten sein bestes Ergebnis und drang damit in die TOP-TEN der ,,Ewigen Tabelle" vor (und deshalb ich leider nicht). Josef Grasser erreichte mit 992 Gesamtpunkten das Treppchen in der ,,Ewigen Tabelle". Das Gefüge der Kräfte zwischen MC-lern und Sodalen ist wieder hergestellt und damit die Spannung für das nächste Jahr garantiert. So darf ich mich nun leider zum letzten Mal als Streiter der aktiven MC-ler (im Geiste werde ich aber immer einer bleiben) verabschieden und hoffe, dass dieser Artikel in einem nicht zu subjektiv Schreibstil verfasst worden ist, der mir seitens der Sodalen unlängst vorgeworfen wurde. Also dann, Servus und vergeßt nicht: Da Alte packt an jeden. Bini

MC – Preisschafkopf: Rangliste 1999

01. (22.) Josef Karl 115 (68+47) 6/5/1 83,33% 02. (03.) Korbinian Christ 114 (43+71) 9/9/0 100,0% 03. (06.) Florian Christ 100 (42+58)10/614 60,00% 04. (–.) Andreas Siller 99 (52+47) 15(8/7 53,33% 05. (01.) Andreas Grasser 97 (56+41)16/10/6 62~50% 06. (-..) Martin Reindl 97 (59+38) 12/6/6 50,00% 07. (10.) Peter Wopprnann 95 (38+57) 10/6/4 60,00% 08. (–.) Florian Zeman 92 (44+48)10/8/2 80,00% 09. (–.) Nicole Rittner 88 (44+44) 1218/4 66,67% 10. (13.) Michael Neumann 87 (41+46)11/8/3 72,73% 11.(11.) Josef Grasser 86 (55+31)16/7/9 43,75% 12.(–.) Markus Pschierer 83 (26+57) 18/10/8 55,56% 13. (21.) Christoph Plödt 83 (58+25) 9/4/5 44,44% 14. (–.) Michael Wirth 80 (41+39) 6/4/2 66,67% 15. (–.) Michael Haas 79 (33+46) 7/3/4 42,86% 16. (–.) Susanne Riedlbauer 78 (37+41) 4/3/1 75,00% 17. (03.) Andreas Gleißner 77 (45+32)14/5/9 35,71% 18. (–.) Bettina Bauer 75 (53+22) 5/4/1 80,00% 19. (14.) Martin P1ödt 73 (32+41) 5/3/2 60,00% 20. (07.) Felix Weber 73 (33+40) 5/3/2 60,00% 21. (–.) Michael Herrmann 71(31+40) 5/4/1 80,00% 22. (12.) Johannes Bauer 69 (33+36) 3/2/1 66,67% 23. (18.) Alexandra Plödt 6? (39+28) 5/2/3 40,00% 24. (–.) Mario Lorenz 63 (28+35) 12/5/7 41,67% 25. (08.) Werner Heindl 60 (22+38)1/1/0 100,0% 26. (–.) Sebastian Plödt 57 (40+17) 4/2/2 50,00% 27. (19.) Michaela Gleißner 56 (35+21) 5/2/3 40,00% 28. (23.) Bernhard Feneis 53 (29+24) 3/2/1 66,67%

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